Die wohlgerundete Wahrheit

Buchcover

Verlag: BoD - Books on Demand
ISBN: 9783749484904
388 Seiten

Inhaltsbeschreibung

Eine Philosophie der Wahrheit.

Wahrheit ist Voraussetzung für Verträge, zwischenmenschliche Beziehungen, Kommunikation, Staats- und Rechtswesen und natürlich für Wissenschaft und Forschung. Was aber ist Wahrheit? Die Wahrheit ist ein hohes Gut. Die Wahrheit ist eine unsterbliche Idee. Als Idee ist sie zweifaches Prinzip: Einheit und Vielheit. Wahrheit zeigt sich immer als Übereinstimmung mit etwas anderem. In ihrer Vielheit zeigt sich die Wahrheit immer wieder anders: Als Eigenschaft von Aussagen, Erkenntnissen, und Theorien, aber auch Handlungen und sogar Dinge können Wahrheit anzeigen. In ihrer Einheit ist die Wahrheit als Wahrsein immer dieselbe, eine Norm und ein Idealmaß, das mit einem Gemessenen übereinstimmt. Die Wahrheit wird sowohl logisch als auch ontologisch betrachtet. Der Autor versucht eine Verbindung herzustellen zwischen logischer Klarheit und ontologischer Gewissheit.

Die Wahrheit als Idee ist selbst Teil des Seins und zwar des eigentlichen Seins. Die Wahrheitskonzeption Tarskis wird dahingehend verallgemeinert, dass sie auf alle Seinsbereiche und Erkenntnisbereiche zutreffen kann, denn überall kann nach der Wahrheit gefragt werden. Das soll in dem Sinne erfolgen, dass nicht nur Übereinstimmung zwischen Objekt- und Metasprache bestehen soll, sondern allge­meiner ontologisch zwischen einer Gegebenheit einer Objekt­ebene und einer Gegebenheit einer Bestimmungs­ebene. Dabei liefert die Bestimmungs­­ebene das Idealmaß und die Objektebene das Gemessene. Die Wahrheit ist einerseits Antrieb zu wissen­schaftlicher Forschung, andererseits ist sie Voraussetzung sowohl für die Verstandes­tugenden als auch für die ethischen Tugenden. Das Wohlgerundete an der Wahrheit ist sowohl ihre Schönheit, als auch ihre Abge­schlossenheit und Vollständigkeit, denn die Bereiche des Seins und der Erkenntnis sind vielfältig und immer ist die Wahrheit im Kern unerschütterlich dieselbe. Die Wahrheit ist als objektive Idee unvertilgbar; sie ist nicht vermehrbar und nicht verringerbar, daher kann sie eben selber, in bestimmter Hinsicht, zum unveränderlichen Sein gerechnet werden. Das Buch versucht auch eine schlüssige Interpretation für das Lehrgedicht des Parmenides zu liefern und untersucht ferner die Relevanz, die sich hinter den Paradoxien des Zenon von Elea verbirgt. Dabei stellen sich wesentliche Zusammenhänge zum unveränderlichen Sein des Geistigen heraus.

Inhaltsschwerpunkte

  • Eigentliches, unveränderliches und geistiges Seiendes
  • Parmenides Lehrgedicht
  • Zenons Paradoxien
  • Ontologische Verallgemeinerung von Tarskis Wahrheitskonzeption
  • Wahrheit als Übereinstimmung
  • Wahrheit als Idee
  • Seinsprinzipien und Wahrheitsprinzipien
  • Logik und Entscheidbarkeit
  • Wert und Zweck der Wahrheit
  • Wahrheit und Wahrhaftigkeit
  • Philosophie more geometrico

Parmenides · Platon · Plotin · Proklos · Aristoteles · Cusanus · Kant · Frege · Tarski u.a.

Innovationen des Buches

  • Ontologische Verallgemeinerung der Wahrheitskonzeption von Tarski.
  • Interpretation des Lehrgedichtes des Parmenides, im Kontext des eigentlichen und geistigen Seienden, welches von der Natur vorgegeben bzw. von einer höheren Vernunft gesetzt ist. (Beispiel: Ideen, Naturgesetze, zeitlose Wahrheiten).
  • Mögliche Sinnabsichten des Zenon von Elea bei Aufstellung seiner Paradoxien.
  • Logische und ontologische Strukturen der Wirklichkeit.
  • Analogien zwischen Werden, Sein und Wahrheit.
  • Relationsstruktur zwischen Logischem und Ontologischem.
  • Klare Unterscheidung zwischen erkenntnisgewinnender und erkenntnisvermittelnder Welt (Bereich).
  • Kompakte Darstellung philosophischer Inhalte auf geometrische Art und Weise (more geometrico).

Realität der Natur - Mathematik - Logik - eigentliches Sein - Wahrheit

  • Die natürliche Realität ist logisch; die Gegensätze in der Natur liefern nur scheinbare Widersprüche.
  • Scheinbare Widersprüche lassen sich durch Vernunft und Logik aufheben und erheben.
  • Scheinbare Widersprüche sind auf einer anderen Ebene und unter anderer Hinsicht integrierbar.
  • Alles Unlogische kann keine Realität beanspruchen.
  • Das Logische reduziert die Wahrheit auf die Form.
  • Logisches verwendet formale Sprache.
  • Handlungen und Charaktere können auch Wahrheiten anzeigen.
  • Nach der Wahrheit kann immer gefragt werden unabhängig von Sprache und Form.
  • Naturgesetze, mathematische und logische Gesetze beanspruchen wirkliches und eigentliches Sein.
  • Mathematik, Logik und eigentliches Sein treiben die Seele nach aufwärts zur Wahrheit hin.
  • Von der Realität kann man zum eigentlichen Sein, zum Geist und zur Wahrheit aufsteigen.

Buchbesprechung von literaturmarkt.info

[…] Neue philosophische Untersuchung zur Wahrheit. […] Für Philosophen, die sich mit dem Thema Wahrheit befassen, kann Gobrechts neue Untersuchung zur Wahrheit interessant sein. […] Der durchkonzipierte und klar strukturierte Aufbau des Buches von Reinhard Gobrecht, abgefasst nach der philosophischen Methode More Geometrico, macht es interessant für Studierende der Philosophie. Den Studenten kann die “Die wohlgerundete Wahrheit” eine einführende Orientierungshilfe zum Thema Wahrheit sein. Das Buch stellt aber gleichzeitig auch eine neue ontologische und kritische philosophische Untersuchung zum Thema Wahrheit vor. […] mehr unter www.literaturmarkt.info